Kompass-newsletter Nr. 142 - 03/2026
6. bis 8. März in Darmstadt: Treffen von We`ll Come United +++ 16. bis 23. März in mehreren Städten: Medico-Veranstaltungen mit Film & Gespräch zur polnisch-belarussischen Grenze +++ 19. März in Leipzig: „No Border lasts forever“ - Buchvorstellung von We`ll Come United +++ 26./27. März in Hamburg: kritnet-Konferenz +++ 28. März in Valetta: Protestaktion zu 7 Jahren Kriminalisierung der El Hiblu 3 +++ Echoes Nr. 20 +++ Alarm Phone - Central Med Analysis +++ Sea Watch: Erfolge vor Gericht +++ Abschiebezahlen in Deutschland 2025 +++ Rückblicke: CommemorActions 6. Februar 2026; Hanau-Anschlag 6. Jahrestag +++ Ausblicke:; 12. bis 14. Juni in Jena: Entgrenzt - erste anwaltliche Migrationsrechtstage; 4. Juli in Erfurt: widersetzen gegen AfD-Parteitag; 4. bis 8. August in Cotonou/Benin: Weltsozialforum
Liebe Freundinnen und Freunde,
ein Koordinations- und Strategietreffen, ein in Planung befindlicher dezentraler Aktionskalender, eine frisch überarbeitete Webseite und nicht zuletzt ein neues Buch: We`ll Come United, das bundesweite Netzwerk von Gruppen und Initiativen für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte, wird im März 2026 gleichzeitig auf mehreren Ebenen aktiv - das Gegenprogramm gegen anhaltende, rassistische Hetze und neue, ausgrenzende Gesetze.
Sechs Monate nach der Free Movement Karawane im September 2025 wird im Rahmen der Buchmesse in Leipzig erstmals die neue Publikation vorgestellt: „No border lasts forever - Geflüchtetenkämpfe in Zeiten des Rechtsrucks". Das Buch von We`ll Come United ist ein eindrucksvolles Zeugnis von Widerstandsfähigkeit, Solidarität und dem Kampf für Menschenrechte. In der Einleitung heißt es: „...Im Laufe der Jahre haben sich unsere Kämpfe über die Grenzen hinweg enger miteinander verwoben und sind heute in gemeinsamen Erfahrungen verwurzelt. Dieses Buch ist ein Beitrag zur Dokumentation dieses Widerstands und dieser Solidarität, die nicht von oben kommt, sondern durch die Kämpfe selbst entsteht. Es zeigt selbstorganisierten Widerstand, transnationale Solidaritätsnetzwerke und konkrete Kämpfe gegen Kriminalisierung, Gewalt und Inhaftierung, in Europa und entlang der Migrationsrouten..."
Das Buch von We´ll Come United soll in den kommenden Monaten in möglichst vielen Städten vorgestellt werden, im besten Fall in Kombination mit regionalen Aktionsvorschlägen. Geplant sind bislang eine Demonstration am Frankfurter Abschiebeflughafen Ende Mai, die Beteiligung an „widersetzen" in Erfurt im Juli, eine neue Karawane in Mecklenburg Vorpommern Ende August. Und hoffentlich entwickeln weitere Gruppen eigene Ideen an vielen anderen Orten. Das Buch soll damit zum Verstärker antirassistischer Kampagnen werden - und Verbindungen mit den transnationalen Kämpfen über die Außengrenzen und das Mittelmeer hinaus herstellen.
Stichwort Außengrenzen: Die postfaschistische Meloni-Regierung setzt ein Jahr vor den Wahlen in Italien - wie kaum anders zu erwarten - einmal mehr auf die rassistische Karte. Im Rahmen neuer sogenannter Sicherheitsgesetze und im Windschatten der GEAS-Umsetzung im Juni 2026 sucht sie die Eskalation in der verschärften Kriminalisierung der Migration und in der Repression gegen die zivile Seenotrettung. Eine „Naval Blockade" als Neuauflage der Hafensperrungen von Salvini ist in Vorbereitung, um mit aller Gewalt die Ankünfte von Geflüchteten und Migrant:innen zu verhindern.
Dass diese staatlichen „bordercrimes" auch unter neuen Bedingungen auf hartnäckigen Widerstand treffen werden, steht außer Frage. Auf der praktischen Ebene in der Kontinuität der Civilfleet, wie sie im Tagebuch der der neuen Ausgabe der Publikation „Echoes" einmal mehr in beeindruckender Weise dokumentiert ist. Aber auch auf der juristischen Ebene, wo Sea Watch kürzlich einen mehr als symbolischen Doppelerfolg eingefahren hat. Im Verfahren von 2019, Salvinis unrechtmäßiger Festsetzung der Sea Watch mit Carola Rackete, muss die italienische Regierung nun Schadenersatz in Höhe von 76.000 Euro zahlen. Gleichzeitig wurde die aktuelle Anordnung der italienischen Administration, die neue Sea Watch 5 wegen der Weigerung der Kommunikation mit libyschen Milizen festzusetzen, von einem Gericht sofort wieder aufgehoben.
In diesem Sinne: "From the Sea to the Cities" - die Solidarität im Kampf um Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte geht auch im Frühjahr 2026 auf allen Ebenen weiter.
Das Kompass-Team
